Prostata 6 min Lesezeit

Checkliste für Gespräche mit Ärzten oder Apothekern

Svitlana Pogoruy
Handball-Legenden, Bundesliga-Trainer, Manager, Botschafter für Männergesundheit. 2009 erhielten beide die Diagnose Prostatakrebs. 13.10.2026
Checkliste für Gespräche mit Ärzten oder Apothekern

Von Uli und Michael Roth

Warum wir heute mit Zettel zum Arzt gehen

Kennst du das?

Du sitzt im Behandlungszimmer. Der Arzt erklärt etwas, nickt, schreibt etwas auf. Zehn Minuten später stehst du auf dem Parkplatz – und genau jetzt fällt dir ein, was du eigentlich fragen wolltest.

Uns ist das früher ständig passiert.

Wir sind in Arztgespräche gegangen wie in ein Meeting, auf das man sich nicht vorbereitet hat. Wir haben genickt, obwohl wir nicht alles verstanden haben. Und wir haben Fragen heruntergeschluckt, weil sie uns unangenehm waren oder weil wir den Arzt nicht aufhalten wollten.

Spätestens nach unserer Diagnose Prostatakrebs haben wir gemerkt:

So geht das nicht.

Ein Arzttermin ist oft kurz. Aber in diesen wenigen Minuten können wichtige Entscheidungen fallen. Entscheidungen, die dein Leben und deine Gesundheit betreffen.

Deshalb lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein.

Genau dafür haben wir diese Checkliste geschrieben.

Für den Urologen.
Für den Hausarzt.
Und auch für die Apotheke, die viele Männer unterschätzen.

Druck sie dir aus. Mach ein Foto davon. Oder schreib sie dir ab.

Hauptsache, sie ist dabei, wenn du das nächste Mal ins Sprechzimmer gehst.

Vor dem Termin: Das gehört in deine Tasche

Ein gutes Gespräch beginnt nicht erst im Sprechzimmer.

Es beginnt zu Hause. Am Küchentisch. Mit einem Stift.

Ein Tipp von uns:

Wenn dir etwas unangenehm ist, schreib es trotzdem auf.

Manchmal ist es leichter, dem Arzt einen Zettel hinzuschieben, als den Satz laut auszusprechen.

Für einen Urologen gibt es keine peinlichen Themen.

Was für dich neu ist, hört er jeden Tag.

Im Sprechzimmer: Fragen, die du stellen darfst

Du musst natürlich nicht alle Fragen stellen.

Such dir die aus, die zu deiner Situation passen.

Bei der Vorsorge

Bei Beschwerden oder einem auffälligen Befund

Wenn es um eine Behandlung geht

Und ganz wichtig:

Frag nach, wenn du etwas nicht verstanden hast.

Ein Satz wie:

„Können Sie das bitte noch einmal anders erklären?“

ist kein Eingeständnis von Schwäche.

Es ist dein gutes Recht.

Wir haben gelernt: Kein guter Arzt nimmt dir Fragen übel.

Und auch eine zweite Meinung ist kein Zeichen von Misstrauen.

In der Apotheke: Die unterschätzte Anlaufstelle

Viele Männer holen in der Apotheke nur ab, was auf dem Rezept steht.

Bezahlen. Tüte nehmen. Raus.

Dabei arbeiten dort Fachleute, die sich sehr gut mit Medikamenten auskennen. Und sie haben häufig mehr Zeit für Fragen, als man denkt.

Gerade nach einer Operation oder wenn eine neue Behandlung beginnt, kann die Apotheke eine wichtige Anlaufstelle sein.

Zum Beispiel für diese Fragen:

Die letzte Frage ist uns besonders wichtig.

Niemand muss an einer vollen Theke über seine Blase sprechen.

Bitte einfach um ein Gespräch unter vier Augen.

Und noch etwas:

Wenn du eine Stammapotheke hast, kennt das Team dort deine Medikamente.

Das kann es leichter machen, mögliche Wechselwirkungen früh zu erkennen.

Nach dem Gespräch: Nicht einfach abhaken

Der Termin ist vorbei.

Aber damit ist es noch nicht getan.

Unser Rat an dich

Wir wissen, wie es ist, mit einem flauen Gefühl im Magen im Wartezimmer zu sitzen.

Aber wir wissen auch:

Ein vorbereitetes Gespräch kann einen großen Teil dieser Unsicherheit nehmen.

Du gehst nicht mehr als stiller Zuhörer ins Sprechzimmer.

Du gehst als jemand hinein, der Fragen hat und Verantwortung für seine Gesundheit übernimmt.

Du musst kein Experte werden.

Du musst nur deine Fragen stellen.

Es gibt keine peinlichen Fragen.

Nur Fragen, die unbeantwortet bleiben.

Pass auf dich auf.

Dein Uli und dein Michael Roth

Dieser Beitrag ersetzt kein ärztliches Gespräch. Er soll dir helfen, das Gespräch mit deinem Arzt oder deiner Apotheke gut vorbereitet zu führen.

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