Xylitol - gesund ZuckerersatzstoffZucker, der die Zähne nicht nur nicht kaputt macht, sondern sie sogar schützt? Klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Was ist eigentlich dieser Xylit, oder Xylitol wie es richtigerweise heißt?

Xylitol ist kein Süßstoff, sondern ein Zuckeraustauschstoff. Süßstoffe werden synthetisch hergestellt, Zuckeraustauschstoffe sind natürlich.

Xylitol ist ein Zuckeralkohol, der z.B. in Früchten, in Gemüse wie Mais, in Getreide und sogar in Holz (vor allem im Birkenholz) vorkommt. Auch in unserem Körper wird, wenn die Leber Kohlenhydrate abbaut, laufend Xylitol produziert. Deswegen ist Xylitol gut verträglich.

Sehr hohe Einnahmemengen können leicht abführend wirken. Haustiere dagegen sollten Xylitol nicht bekommen. Ihnen fehlt ein Enzym mit dessen Hilfe Xylitol in der Leber abgebaut wird.

Xylitol ist schon sehr lange bekannt. Zum ersten Mal wurde es Ende des 19. Jahrhunderts aus Buchenholz isoliert. Schon in den 70er Jahren wurden Xylit und seine vielen Wirkungen in Finnland genauestens untersucht. Forscher der Universität Turku führten in dieser Zeit zwei große „Zuckerstudien“ durch, die äußerst interessante Ergebnisse brachten.

In der ersten „Zuckerstudie“, die zwei Jahre dauerte, wurden 115 Versuchspersonen in drei Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe ersetzte den gewöhnlichen Haushaltszucker in sämtlichen Lebensmitteln mit Fruchtzucker. Die zweite Gruppe tauschte den Zucker mit Xylit und die dritte, die Kontrollgruppe, aß normale zuckerhaltige (Haushaltszucker) Kost.

Nach zwei Jahren stellten die Forscher fest, dass die Fruchtzuckergruppe fast 30 % weniger Karies hatte als die Kontrollgruppe. Die Xylitol-Gruppe jedoch hatte im Vergleich zur Kontroll-Gruppe aber sogar um 85 % weniger Karies!

Bei einigen Versuchspersonen der Xylitol-Gruppe stellte man überdies fest, dass Xylitol nicht nur Karies verhindern konnte, sondern dass sich sogar bereits vorhandene kariöse Zähne durch die Einnahme von Xylitol erholten.

Das wurde in der Folge damit erklärt, dass Xylitol die Mineralisation der Zähne, also den Einbau von Mineralien aus dem Speichel in die Zähne, deutlich unterstützt.

In einer zweiten Studie, die ein Jahr dauerte, wurden 100 Personen in Haushaltszucker- und Xylitol-Gruppen aufgeteilt. Beide Gruppen bekamen täglich nur ca. 7 Gramm Zucker oder Xylitol in Kaugummis verabreicht. Im Vergleich zur Zucker-Gruppe wurde bei der Xylitol-Gruppe eine Reduktion der Karieszuwachsrate um mehr als 82 % ermittelt. Die Studie zeigte, dass bereits eine relativ kleine, aber dafür regelmäßig zugeführte Menge an Xylitol für die karieshemmende Wirkung ausreicht. Man hat auch dafür nach einer Erklärung gesucht.

Bei jedem Essen entstehen im Mund Säuren und dadurch ein saures Milieu. Diese Säuren ent-ziehen den Zähnen Mineralstoffe und können die Zähne schädigen.

Kaut man gleich nach dem Essen einen Xylitol-Kaugummi, verändert sich das saure Milieu im Mund in Richtung basisch. In der Folge wird die Remineralisation des Zahnschmelzes gefördert.

Xylitol ist außerdem imstande das Wachstum der Streptococcus mutans-Bakterien, das sind jene Bakterien, die Karies verursachen, zu hemmen, weil sie Xylitol nicht als Nährstoff verwenden können. So entsteht im Mund weniger Plaque, das die Zähne angreifen kann.

Neuere Studienergebnisse aus dem Jahre 2000 zeigen zudem eindrucksvoll, wie Mütter, die schon in der Schwangerschaft und bis zu 2 Jahre danach, durch eigene Xylitol-Anwendung das Kariesrisiko ihrer Kinder verringern konnten.

Babys kommen ohne Karies-Bakterien zur Welt. Karies-bildende Bakterien bekommen sie durch jeden Kuss oder durch das Ablecken des Schnullers von der Mutter. Dadurch, dass die Bakteriendichte im Mund der Mütter, durch die regelmäßige Xylitol-Anwendung, geringer war, war die Übertragung der Karies-Bakterien auf die Babys in der Folge auch niedriger.

Bei den Studien zu Xylitol wurden aber noch andere interessante Erkenntnisse erlangt. Mit einer kleinen Menge Xylitol, nur etwa 10 g pro Tag, konnte eine vorbeugende Wirkung gegen Mittelohrentzündung erzielt werden.

Außerdem konnte Xylitol das Wachstum von Pneumokokken und die Bindung von Pneumokokken- und Haemophilus influenzae-Bakterien an die Zellen im Nasen-Rachen-Raum hemmen. In Finnland werden in vielen Kindergärten und Schulen nach dem Essen xylitolhaltige Kaugummis ausgeteilt. Dort wurde mittlerweile festgestellt, dass seit die Kinder nach dem Essen nicht mehr Zähne putzen, sondern Xylitol-Kaugummi kauen, seltener die normalen kindlichen Infektionskrankheiten auftreten.

Xylitol ist auch für Diabetiker sehr gut geeignet. Sein glykämischer Index ist nur 7, im Vergleich zu 70 von Haushaltszucker. Das heißt, dass Xylitol den Blutzucker- und Insulinspiegel nur in sehr geringem Ausmaß beeinflusst.

Weil Xylitol eine zuckerähnliche, kristalline Konsistenz hat, kann in Kochrezepten der normale Haushaltszucker ganz einfach durch Xylitol ersetzt werden. Es gelingt auch das Backen oder Marmelade kochen. Nur der Hefeteig will nicht aufgehen. Auch das ist leicht erklärt: Hefepilze können, genau wie Karies-Bakterien, Xylitol nicht verstoffwechseln.

Das Kauen von Xylitol-Kaugummi oder die Anwendung von Xylit-Pulver ersetzt natürlich nicht das Zähneputzen. Es ist aber eine sinnvolle Ergänzung, die, wie beschrieben, noch viele andere Vorteile mit sich bringt. Wir sind von Xylit begeistert!

Xylit-pulver für die zahnpflege zwischendurch

Nehmen Sie 1/2 bis 1 TL Xylit-Pulver ein. Warten Sie bis sich das Pulver im Speichel aufgelöst hat und bewegen Sie es nun ein paar Minuten lang im Mund. Spucken Sie es danach aus.

Erfrischender melonensaft mit Xylit

  • Schale von 2 unbehandelten Zitronen
  • 250 ml Zitronensaft
  • ca. 100 g Xylit
  • 1/2 l Wasser.

Die Zutaten ca. 5 Minuten leicht köcheln und danach abkühlen lassen. Das Fruchtfleisch einer kleinen Honigmelone pürieren, mit dem Sirup mischen und dann in Flaschen abfüllen. Danach kühl stellen. Mit Wasser verdünnt genießen, eventuell auch mit ein paar Eiswürfeln für ein erfrischendes Getränk.