Was ist Vitamin B12 (Cobalamin)Gemeinsam mit Folsäure spielt Vitamin B12 die Hauptrolle bei der Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark.

Als Vitamin B12, Cobalamin, bezeichnet man vier verschiedene chemisch verwandte Verbindungen, die fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommen.

Vitamin B12 ist ein wasserlösliches Vitamin, das aber trotzdem in großen Mengen in der Leber gespeichert wird. Diese Reserven reichen bis zu 10 Jahre.

Um in den Blutkreislauf aufgenommen zu werden, benötigt Vitamin B12 ein Helferprotein, den sog. «Intrinsic-Faktor», der nur im Magen vorkommt.

Was bewirkt Vitamin B12

Gemeinsam mit Folsäure spielt Vitamin B12 die Hauptrolle bei der Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark. Es wird auch für die normale Blutgerinnung benötigt.

Vitamin B12 ist für das Wachstum und die Erneuerung der Zellen von Bedeutung. Es ist als Coenzym an der Zellteilung und der Weitergabe der genetischen Information des Zellkerns an die neue Zelle beteiligt. Es sorgt, wie Vitamin B6, für einen reibungslosen Abbau der Aminosäure Homocystein, die eine schädigende Wirkung für die Arterienwände hat.

Im Nervensystem wird Vitamin B12 für die Bildung der Myelinscheiden benötigt. Das sind fetthaltige Substanzen, die Nervenfasern umgeben und die Übertragung der Nervenimpulse beschleunigen.

Wie viel Vitamin B12

Durchschnittlich 3 µg täglich.

Zu wenig Vitamin B12

Aufgrund der Speichermöglichkeit der Leber, kommt es ernährungsbedingt selten zu einem Mangel.

Ausnahme sind Personen, die sich streng vegetarisch (ohne Milch und Eier) ernähren und damit praktisch kein Vitamin B12 über die Nahrung bekommen. Besonders bei Kindern, die sich vegetarisch ernähren, ist die Gefahr groß, dass sie nicht genügend Vitamin B12 zu sich nehmen.

Ist zu wenig Vitamin B12 oder Folsäure vorhanden, werden fehlerhafte rote Blutkörperchen produziert, die das Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgen können. Diese Mangelerkrankung heißt «megaloblastäre Anämie».

Ansonsten sind die meisten Mangelerscheinungen durch Magenerkrankungen, z.B. Magenschleimhautentzündungen oder Magengeschwür, bedingt, da in diesen Fällen der "Intrinsic-Faktor", der für die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung gebraucht wird, fehlt. Dieses Krankheitsbild heißt "perniziöse Anämie" und muss mit monatlichen Vit B12-Spritzen, wodurch das Vitamin direkt in den Blutkreislauf gelangt, behandelt werden.

Auch Medikamente (z. B. Antacida, Antibiotika), welche die Magenschleimhaut angreifen, stören die Aufnahme von Vitamin B12.

Der Mangel äußert sich als:

  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Blässe
  • Zungenbrennen
  • Atemnot
  • Kribbeln an den Händen und Füßen
  • Gleichgewichtsstörung.

Zu viel Vitamin B12

Überdosierungen sind praktisch nicht bekannt.

Wo ist Vitamin B12 enthalten

In Leber, Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Milchprodukte, in Spuren auch in milchsauer vergorenen pflanzlichen Lebensmitteln.