GuaranaHätten Sie die Frucht auf diesen Bildern erkannt? Ich bis vor Kurzem auch nicht. Eigentlich jammerschade!

Hätte sie mir doch immer wieder gute Dienste beim Schreiben der ApoNews erweisen können, v.a. um konzentriert und munter zu bleiben. Guarana ist ein richtiger Muntermacher und steigert die Leistungsfähigkeit.

Im Amazonas-Gebiet in Südamerika wächst eine Lianenart, die ein heiß-feuchtes Klima liebt. Paullinia cupana, bekannt als Guarana, rankt sich als wild wachsende Kletterpflanze an Bäumen hoch hinauf.

Die kultivierte Guarana wächst eher als Strauch bis ca. 2 m Höhe und wird bis zu 4-5 m breit. Die brasilianischen Sateré-Maué-Indianer begleitet Guarana seit Jahrhunderten – sie waren auch die Ersten, die Guarana zu kultivieren begannen.

Guarana gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse. Die duftenden, unscheinbaren Blüten von Guarana sind rispenähnlich angeordnet. Nach der Blüte im Juli und August reifen die kleinen orange-roten Früchte bis Dezember.

Wenn die Früchte reif sind, platzen sie auf und zum Vorschein kommt ein schwarzer Samen, der von einer weißen Haut umgeben ist. Die aufgeplatzten Früchte schauen ein bisschen makaber aus – wie menschliche Augen, die eng aneinander gereiht auf den Rispen liegen.

Die Rispen mit den reifen Früchten werden gesammelt, die Samen aus den Früchten geschält, gewaschen und getrocknet. Sie sind nämlich die begehrten Pflanzenteile.

Von einer kultivierten Pflanze können ca. 10 kg Samen geerntet werden, aus einer wildwachsenden Pflanze nur etwa 1 kg.

Wie wirkt Guarana?

Schon im 17. Jahrhundert berichtete der aus Luxemburg stammende jesuitische Missionar Joao Felipe Betendorf, dass die Sateré-Maué-Indianer Samen der Paullinia cupana als kraftspendendes und leistungssteigerndes Mittel bei ihren langen Jagdausflügen einnehmen.

Sie verwendeten Guaranasamen auch zur Linderung von Kopfschmerzen und zur Senkung von Fieber. In den USA und auch in Europa war Guarana im 18. und 19. Jahrhundert bekannt, geriet dann aber bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit.

Heute ist es als Energiebooster, Abnehmmittel und Aphrodisiakum wieder stark in Verwendung. Und das aus gutem Grund: Die gemahlenen Guaranasamen enthalten viel Koffein, ca. 4 mal mehr als Kaffee.

Aus dem Guaranapulver wird das Koffein aber langsamer freigesetzt. Deshalb ist seine Wirkung auch weniger aufputschend als beim Kaffee. Dafür ist sie langanhaltend und dabei magenschonender. Guarana enthält auch andere Inhaltsstoffe wie z.B. Gerbsäuren, Saponine und Proteine.

In ihrer natürlichen Zusammensetzung unterstützen die Inhaltsstoffe der Samen bei körperlichen und psychischen Belastungen.

Bei verminderter Leistungsfähigkeit und Müdigkeit helfen sie uns wachsam und aufmerksam zu bleiben. Wenn wir gestresst und erschöpft sind, spendet Guarana neue Kraft und Ausdauer.

Nach überstandenen Krankheiten hilft Guarana, rascher wieder zu Kräften zu kommen. Durch seine gefäßverengende Wirkung haben einige Migränegeplagte gute Erfahrungen mit Guarana gemacht, wenn es sofort bei den ersten Anzeichen eines Migräneanfalls eingenommen wird.

Aus dem Guarana Pulver können Sie ein Getränk zubereiten oder das Pulver direkt z.B. in Ihr Joghurt oder Müsli einrühren. Zwei Teelöffel täglich reichen aus.

Für Schwangere und stillende Mütter sowie Personen mit hohem Blutdruck ist Guarana nicht geeignet.