Säure-Basen-GleichgewichtEine wichtige Grundlage für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden ist das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper.

Alle Funktionen des menschlichen Organismus benötigen, um normal ablaufen zu können, einen bestimmten Säuregrad, wir sprechen vom "pH-Wert".

Dieser pH-Wert hat ein schmales Fenster, in dem die Körperreaktionen optimal ablaufen. Entsprechend fein reguliert unser Organismus mit seinen körpereigenen Funktionen dieses Fenster.

Moderne Ernährungsgewohnheiten und unsere heutige, vom Stress geprägte Lebensweise führen jedoch immer häufiger zu einer Übersäuerung des gesamten Organismus.

Damit unser Organismus ordnungsgemäß arbeiten kann, braucht er ständig Energie. Diese Energie entsteht im zellulären Stoffwechsel aus der Nahrung, die wir zu uns nehmen.

Neben Energie fallen dabei auch Stoffwechselendprodukte an. Das sind jene Stoffe, die vom Körper nicht weiter verwendet werden können.

Wie eine übermäßige Säurebelastung entstehen kann

Bei den verschiedenen Stoffwechselvorgängen werden im Körper ständig Säuren gebildet. Das ist völlig normal und unproblematisch, wenn gleichzeitig die ausreichende Zufuhr von ausgleichenden Basen sichergestellt ist.

Säuren entstehen auf viele Arten im Körper, z. B.:

  • Harnsäure entsteht aus körpereigenem Zellabbau und beim Fleischgenuss.
  • Milchsäure entsteht, wenn der Muskel bei körperlicher Arbeit unter Sauerstoffmangel arbeitet.
  • Schwefelsäure fällt beim Genuss von Schweinefleisch an. Wenn die Nahrung im Dünndarm nicht ausreichend gespalten und aufgenommen wird, beginnt sie im Dickdarm zu gären, dabei entstehen Gärsäuren, die Blähungen verursachen.
  • Essigsäure entsteht bei der Verdauung von Weißmehlprodukten, Süßigkeiten, gesüßten Getränken und Fetten. Manche Krankheiten, wie Diabetes, schwere Leberschäden sowie Nieren- und Lungenfunktionsstörungen führen zur Übersäuerung des Körpers.

Umweltgifte und Schwermetallbelastung, Konservierungsstoffe, künstliche Aromen, aber auch Medikamente lassen Säuren entstehen.

Übermäßiger Konsum von Alkohol, Koffein und Nikotin wirken auch säurebildend. Körperlicher und psychischer Stress fördert die Säurebildung im Körper.

Wie ist das mit den ausgleichenden Basen?

Während Säuren bei normalen Stoffwechselvorgängen ständig im Körper gebildet werden und durch die heutzutage übliche Lebensführung im Überfluss vorhanden sind, müssen Basen von außen zugeführt werden.

Weil wir aber mit unserer Ernährung meistens nicht genug basische Mineralstoffe zu uns nehmen und unsere Nahrung zusätzlich zu ca. 25 % aus Säurebildnern besteht, herrscht in unserem Körper meist Mineralstoffmangel. Das macht unseren Organismus „sauer“. Ein gesunder menschlicher Organismus bestünde im Idealfall zu 80 % aus Basen und nur zu 20 % aus Säuren.

Die körpereigene Entsorgung überschüssiger Säuren

Unser Körper scheidet ununterbrochen Säuren aus, um ein gesundes Säure-Basen-Gleichgewicht zu halten und um Schäden für den Körper zu vermeiden.

Auf vielen Wegen und über viele Organe hat er Möglichkeiten entwickelt, Säuren zu neutralisieren, abzubauen und schließlich zu entsorgen.

Über die Lungen

Eine wichtige Funktion bei der Entsäuerung hat die Lunge. Eine tiefe Atmung (z.B. beim gemäßigten Sport) führt zu verstärkter Abatmung von Kohlendioxid und gleichzeitig zu einer verbesserten Sauerstoffversorgung des Blutes. Gut mit Sauerstoff gesättigtes Blut hat eine größere Kapazität, im Gewebe Sauerstoff abzugeben und Säuren aufzunehmen.

Über die Nieren

Über die Nieren wird z.B. Harnsäure ausgeschieden. Um das zu unterstützen, ist es wichtig, viel Wasser zu trinken.

Über die Haut

Ein wichtiges Ausscheidungsorgan ist die Haut. Beim Schwitzen werden Säuren ausgeschieden. Sie bilden dabei den sog. Säureschutzmantel der Haut. Er schützt die Haut vor dem Eindringen und Überwuchern von Bakterien, Viren oder Pilzen. Auch für den körpereigenen UV-Schutz ist ein intakter Säureschutzmantel eine wichtige Grundlage.

Ist der Schweiß jedoch zu sauer, wird die Haut angegriffen und gerade dadurch anfällig für Infektionen, wie z.B. Hautpilz. Stark übersäuerte Menschen können an allen Stellen, an denen ausgeschiedene Säuren lange einwirken, z. B. unter den Achseln, unter Hautfalten oder bei Frauen unter der Brust, Ekzeme bekommen.

Durch Erbrechen und Durchfall

Manchmal schützt sich der Körper vor akuter Säureüberflutung sogar durch Erbrechen und Durchfall. Wer mal zu viel unreifes Obst gegessen hat, weiß das.

Einige Symptome können auf eine Übersäuerung hindeuten

Die Symptome einer Übersäuerung sind sehr unspezifisch. Wenn man sich aber bei mehreren der hier angeführten Anzeichen an seine eigene Situation erinnert fühlt, sollte man in jedem Fall über die eigenen Ernährungsgewohnheiten nachdenken.

Diese Symptome sind z.B.:

  • Chronische Müdigkeit, Antriebsschwäche, oft gemeinsam mit Stimmungsschwankungen
  • oftmaliges Sodbrennen
  • schlechter Atem
  • Migräne, Spannungskopfschmerzen, Tinnitus
  • Blähungen und Völlegefühl
  • Trockene, rissige und empfindliche Haut, Akne, Ekzeme, Cellulite
  • Glanzloses, stumpfes Haar, Haarausfall, weiche und brüchige Nägel
  • Chronische Abwehrschwäche
  • Anfälligkeit für Karies, Zahnfleischentzündungen

Unser Körper versucht also ständig sein Bestes, um Säuren zu neutralisieren und loszuwerden.

Bei einem zu großen Überschuss an sauren Stoffwechselendprodukten sind seine Mechanismen überfordert und seine basischen Depots leer.

Wie kann ich meinen Körper bei der Entsäuerung unterstützen?

Durch die richtige Ernährung: Damit unser Körper gesund bleibt, muss er laufend mit basischen Mineralstoffen versorgt werden. Wenn wir mit der Ernährung nicht genug basische Mineralien einnehmen, muss der Körper die Mineralstoffe zur Säureneutralisation aus seinen eigenen Depots holen.

Solche Depots sind Haut, Haarboden, Nägel, Zähne, Knochen, Gefäße und Muskeln. Daher sollten unsere Nahrungsmittel möglichst basenreich sein.

Essen Sie viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch. Kauen Sie jeden Bissen langsam und gründlich. Die Ernährung sollte zu mindestens 70% aus basenreichen Lebensmitteln bestehen. Würzen Sie Ihre Speisen mit Kräutern wie Koriander, Kümmel, Salbei und Thymian. Diese Gewürze binden Schwermetalle und unterstützen Ihre Verdauung.

Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr behindert eine optimale Ausscheidung über die Niere oder durch das Schwitzen über die Haut.

Trinken Sie viel Wasser und entsäuernde Kräutertees. Besonders Kräutertees enthalten sehr viele Mineralstoffe, die helfen, Schlacken zu lösen und auszuschwemmen.

Manchmal ist es sinnvoll und nötig, durch die zeitlich begrenzte Einnahme eines neutralisierenden Basenpräparates, gezielt Basen zuzuführen. Die enthaltenen Mineralstoffe neutralisieren anfallende Säuren.

Durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr werden die gelösten Säuren und Schlacken rascher ausgeschieden. Der angenehme Nebeneffekt einer gründlichen Entschlackungskur ist, dass man gleichzeitig abnimmt, weil der Körper abgelagerte, überflüssige Stoffe ausscheidet.

Durch eine ergänzende Körperpflege:

Entsäuerungsbäder mit basischen Badezusätzen helfen durch ihre osmotische Wirkung, Schlacken über die Haut abzugeben.

Bindegewebsmassagen, Lymphdrainagen, Trockenbürsten und Wechselduschen regen den Hautstoffwechsel und die Durchblutung an. Sie fördern so den Transport der Stoffwechselschlacken.

Bewegung

Ein Spaziergang im Wald oder ein kleines Stück mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fördert die Abatmung von Kohlensäure in Form von Kohlendioxid. Durch viel Bewegung und leichtes körperliches Training wird die Darmtätigkeit und der gesamte Stoffwechsel angekurbelt.