DurchfallMit Durchfall - jeder hat ihn schon durchlitten - reagiert unser Darm, wenn wir etwas für ihn «Giftiges» essen. Er versucht den Darminhalt so rasch, wie möglich wieder loszuwerden.

Der Durchfall ist also eine normale Körperreaktion zur Entgiftung und kann, wenn er nicht zu lange andauert, auch so gesehen werden.

«Giftig» für den Darm können Bakterien aus verdorbenen Speisen oder Trinkwasserkeime sein. Auch ganz normale Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Durchfall auslösen.

Seltener sind Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn Ursache für den Durchfall. Er sollte keinesfalls länger als 3 bis 4 Tage dauern.

Das kann helfen

  • Viel trinken, wenig essen; gut ist schwarzer Tee (gerbstoffreich!), den man mit Traubenzucker süßen soll, ev. aus der Apotheke ein salzreiches Traubenzucker/Elektrolyt-Pulver zum Trinken
  • Karottenreisschleim oder Karottensuppe, nicht aufs Salz vergessen
  • Dann geschabte Apfel und Bananenpüree
  • Erst langsam den Speisen wieder Fett zusetzen und nur kleine Portionen essen
  • Versuchen Sie medizinische Aktivkohle, sie bindet schädliche Viren, Bakterien und deren Gifte
  • Die Darmflora wird durch die Einnahme von Präparaten, die Darmbakterien enthalten, rascher wiederhergestellt (Bioflorin, Antibiophilus).

Wenn Säuglinge oder Kleinkinder Durchfall haben, sollten sie einen Arzt fragen.

Reisedurchfall

Viele Urlauber erkranken während eines Aufenthalts in südlichen Ländern an einer Infektion des Magen-Darm-Trakts. Verursacher sind Bakterien, Viren oder Parasiten. Die Übertragung erfolgt meist durch unsauberes Trinkwasser und Nahrungsmittel.

Die Anzeichen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, sowie Bauchschmerzen.

Wenn es Sie erwischt hat und nach ein bis zwei Tagen keine merkbare Besserung eintritt, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Die wichtigste Grundregel für das Essen in fernen Ländern lautet: «Peel it, cook it, grill it or forget it!» – «Schäl es, koch es, grill es oder vergiss es!».

Vorbeugung von Reisedurchfall

  • Waschen Sie vor dem Essen die Hände besonders gründlich
  • Essen Sie nicht von kalten Büffets
  • Schälen Sie ihr Obst und Gemüse selbst, um Verunreinigungen zu vermeiden
  • In nahezu allen südlichen Ländern sollten Sie kein Leitungswasser trinken, auch das Wasser zum Zähneputzen sollte gekocht werden, oder noch besser ist es, in Flaschen abgefülltes Wasser zu verwenden
  • Achten Sie auf „verstecktes“ Leitungswasser: z. B. in Eiswürfeln, im Speiseeis, auf dem gewaschenen Salat oder Kondenswasser auf der kalten Trinkflasche
  • Getränke sollten Sie nur aus verschraubten Flaschen zu sich nehmen - ohne Eiswürfel - achten Sie darauf, dass Kühlwasser, das sich an den Flaschen bildet, nicht in Ihr Getränk tropft
  • Sie können auch vorbeugend rezeptfreie Präparate, die Kulturen aus Milchsäurebakterien enthalten, einnehmen – sie stärken die gesunde Darmflora (z. B. Bioflorin, Antibiophilus).

Wenn es Sie, trotz Vorsicht, doch erwischt hat – es lässt sich wirklich nicht immer vermeiden – können Ihnen diese Maßnahmen helfen:

  • Versuchen Sie medizinische Aktivkohle so genannte „Tierkohle“, sie bindet schädliche Viren, Bakterien und deren Gifte
  • Geriebener Apfel und Banane enthalten Pektin, das im Darm Giftstoffe bindet
  • Schwarzer Tee beruhigt den Verdauungstrakt und seine Gerbstoffe wirken stopfend, er liefert außerdem viele Mineralstoffe
  • Wichtig ist viel gesüßte Flüssigkeiten, die auch einen hohen Salzgehalt haben, zu trinken. Sie können selbst aus Mineralwasser oder Orangensaft eine Trinklösung herstellen: pro Liter Mineralwasser/Orangensaft mehrere Löffel Zucker und einen gestrichenen Teelöffel Salz zugeben, mindestens zwei Liter davon täglich trinken
  • Um den Mineralstoffverlust auszugleichen, können Sie jetzt eine rezeptfreie Elektrolytmischung aus der Apotheke einnehmen (z. B. Normolyt für Kinder bzw. Normhydral für Erwachsene)
  • Wenn Sie schon etwas essen können, versuchen Sie es mit gekochten Kartoffeln und Karotten
  • Nach Abklingen der Symptome gönnen Sie Ihrem Magen eine Schonfrist – essen Sie nur kleine Bissen von möglichst fettarmen und mild gewürzten Speisen.

Wenn Sie aber ständig Medikamente einnehmen, bedenken Sie, dass durch Erbrechen oder Durchfall die Wirkung beeinträchtigt sein kann.

Das gilt natürlich auch für die Einnahme der „Pille“. Fragen sie uns vor Ihrer Reise, wie die Einnahme in so einem Fall erfolgen soll.

Ernährung bei / nach Durchfall

Bei einer Durchfallerkrankung und auch danach muss die Darmschleimhaut geschont werden.

Während des Durchfalls wenig essen und viel trinken:

  • Tee mit Traubenzucker (2 gehäufte Esslöffel auf einen Liter Tee)
  • Karottensuppe
  • Reisschleimsuppe.

Nach dem Durchfall soll man noch einige Tage Diät halten:

  • ORS 200 Hipp Fertiggetränk für kleine Kinder
  • Humana Heil HN 25 Heilnahrung für Babys und kleine Kinder
  • Tee mit Traubenzucker, noch keine Milchprodukte
  • Mineralwasser, Coca Cola 1:1 verdünnt
  • Karottensuppe
  • Reisschleimsuppe
  • geriebene Apfel
  • zerdrückte Banane
  • Reis, Nudeln
  • Weißbrot, Toastbrot, trockene Kekse
  • Klare Suppe mit Teigwaren
  • Kartoffelpüree (mit Wasser)
  • fettarme Fleisch gekocht oder gedünstet, am besten Kalb, Huhn oder Pute

Karottensuppe

1/2 kg Karotten in einem Liter Wasser kochen und passieren, auf 1 Liter auffüllen und salzen.

Reisschleim

200g Reis mit 1/4 Liter Wasser sehr lange kochen, danach passieren und salzen.