Sodbrennen

Sodbrennen beschreibt einen brennenden Schmerz hinter dem Brustbein. Es entsteht, wenn Magensaft in Richtung Speiseröhre zurückfließt und dort zu einer Reizung der Schleimhaut führt.

Um Nahrung zu verdauen und Keime abzutöten, herrscht im Magen ein sehr saures Milieu. Der Magen schützt sich vor der eigenen Säure durch eine Schleimschicht. Die Speiseröhre verfügt nicht über einen solchen Schutzmechanismus. Die Säure führt daher in der Speiseröhre zu Reizungen und Schäden.

Bewährte Hausmittel bei Sodbrennen

Natriumumhydrogencarbonat, auch als Speisesoda bekannt, hat eine Säure neutralisierende Wirkung und macht den Magensaft somit weniger aggressiv für die Speiseröhrenschleimhaut, verringert die Reizung des Gewebes und lindert Beschwerden wie Sodbrennen und Magenschmerzen.

Kamille gilt als die Heilpflanze schlechthin, wenn es um Magen- und Darmbeschwerden geht. Sie wirkt beruhigend auf die Magen-Darm-Muskulatur und kann die Säureproduktion des Magens regulieren.

Die entzündungshemmende Wirkung der Kamille kommt den gereizten Schleimhäuten von Magen und Darm zugute.

Auch Eibischwurzel enthält Schleimstoffe, welche die Magenschleimhaut schützen und beruhigen können. Die Schleimstoffe des Eibisch sind allerdings hitzeempfindlich, Eibischtee sollte daher nur mit kaltem Wasser angesetzt werden.

Süßholzwurzel löst Krämpfe und wirkt einer Überproduktion an Magensäure entgegen.

Darmträgheit und Verstopfung

Darmträgheit und Verstopfung sind typische Zivilisationskrankheiten und haben ihre Ursache meist in unseren heutigen Ernährungsgewohnheiten. Bei uns ist, statistisch betrachtet, bereits jeder vierte Erwachsene von Verdauungsstörungen oder Verstopfung betroffen!

Stress, unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel sind die häufigsten Ursachen für Verdauungsstörungen. Völlegefühl, Magendrücken und das Gefühl "Mir liegt was im Magen" sind die unspezifischen Folgen.

Viele Betroffene greifen dann schnell zu chemischen Abführmitteln. Sie schaffen zwar kurzfristig Erleichterung, haben aber ihre Tücken. Die meisten Abführmittel provozieren nämlich nicht nur den Stuhlgang, sondern bei regelmäßiger Verwendung recht schnell auch einen Verlust an Flüssigkeit und lebensnotwendigen Elektrolyten, Vitaminen und Spurenelementen.

Die Folge ist, dass der Darmnoch träger wird, der natürliche Stuhldrang noch weiter nachlässt und der Griff zu noch mehr Abführmitteln vorprogrammiert ist. Ein klassischer Teufelskreis.

Flohsamenschalen, ein Quellmittel

Flohsamen-Wegerich, Plantago indica/psyllium, ist eine einjährige, krautige Pflanze, die im Mittelmeerraum und vor allem in Indien und Pakistan beheimatet ist.

Dort wird sie auch kultiviert. Sie wird ca. 50 cm hoch und hat schmale, längliche Blätter. Ihre kleinen Blüten wachsen in Ähren. Die Psyllium-Pflanze schaut unserem heimischen Spitzwegerich ähnlich, beide gehören auch zur Pflanzenfamilie der Wegerichgewächse. Die Samen und die Schalen des Flohsamen-Wegerichs werden als Indische Flohsamen in Lebensmitteln und medizinisch, v.a. zur natürlichen Anregung des Darmes, verwendet.

Flohsamenschalen enthalten besonders viel Ballaststoffe! Besonders die Samenschalen enthalten viele Ballaststoffe, die in Verbindung mit Flüssigkeit stark aufquellen und eine unverdauliche, gelartige Masse bilden. Durch die Volumenzunahme im Darm wird dessen Tätigkeit angeregt.

Die Schleimstoffe aus den Flohsamenschalen machen den Darminhalt außerdem geschmeidiger, was die folgende Entleerung erleichtert– ein besonders willkommener Effekt bei allen, die zu Verstopfung neigen. Darüber hinaus befreien die löslichen Ballaststoffe der Flohsamenschalen den Darm von Darmgasen und Fäulnisprodukten.

Das bewirken Flohsamenschalen, wenn man sie mit viel Flüssigkeit einnimmt. Die Einnahme von Flohsamenschalen führt durch ihr großes Volumen nach dem Aufquellen zu einem angenehmen Sättigungsgefühl und vermindert gleichzeitig Hunger. Deshalb können Flohsamenschalen die Gewichtskontrolle oder eine Diät wirkungsvoll unterstützen.

Durch ihr hohes Absorptionsvermögen binden Flohsamenschalen schädliche Stoffe und Fette im Darm und fördern deren Ausscheidung. Außerdem unterstützen sie das Wachstum gesunder Darmbakterien. Auch für Diabetiker sind Flohsamenschalen eine wertvolle Ergänzung ihrer täglichen Nahrung, da sie die Resorption von Glukose verzögern. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel nicht so schnell.

Flohsamenschalen sind eine unkomplizierte Art Mahlzeiten ballaststoffreicher zu machen. Sie können in Müsli, Jogurt, Suppe usw. eingerührt werden. Sogar beim Backen kann man einen Teil des Mehls durch Flohsamenschalen ersetzen.

Papain aus der Papayafrucht

Papayas sind die Früchte des Melonenbaums, Carica papaya. Sie schmecken und duften nicht nur wunderbar, sie gelten auch als enorm wertvoll für Gesundheit und Wohlbefinden. Und das, wie die Wissenschaft mittlerweile bestätigen kann, auch mit gutem Grund. Ihr Milchsaft enthält unter anderem das Enzym Papain. Grüne, noch unreife Papayas enthalten den höchsten Gehalt an Papain.

Papain hat viele Funktionen: Papain fördert vor allem die Verdauung von Proteinen. Es ist ein sog. proteolytisches Enzym und besitzt eine komplizierte Struktur aus mehr als 200 Aminosäuren.

Papain hilft auch, den Magen zu beruhigen, kann Blähungen bessern und wirkt bei Verstopfung mild abführend.

Blähungen und Völlegefühl

Die beruhigende Wirkung durch Kräuter auf den Magen-Darm-Trakt ist seit alters her bekannt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass schon früh in der Geschichte Kräuterbitter und Kräuterliköre entstanden sind. Schon im Altertum und auch im Mittelalter wurden Schriften verfasst über die Wirkung von Heilkräutern auf unsere Verdauung.

Kräuter wie z.B. Kümmel, Anis, Schafgarbe, Ingwer, Wacholder oder Ysop werden in der Naturheilkunde schon seit langem zur Anregung der Verdauung oder bei spezifischen Krankheiten des Verdauungstrakts verwendet.

Sie sind für viele Menschen heute eine schonende und vor allem natürliche Alternative zu synthetischen Medikamenten. Wissenschaftlich ist es zudem anerkannt und bewiesen, dass bestimmte Heilkräuter tatsächlich mit ihren enthaltenden Wirkstoffen auf Verdauungsprozesse einwirken.

Viele Kräuter verfügen über Inhaltsstoffe, die die Verdauung anregen und Beschwerden lindern können. Heilkräuter, die beispielsweise Bitterstoffe enthalten, regen die Fettverbrennung an und bessern so unliebsame Beschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen.

Neben den Bitterstoffen können auch einige Ätherische Öle, die in den Heilkräutern enthalten sind, einen positiven Effekt auf die Verdauung ausüben. Beispielsweise enthalten Kräuter wie Anis, Kümmel, Pfefferminze oder Oregano Ölverbindungen, die die Magensaftproduktion anregen und den Gallenfluss steigern können.