Johanniskraut - Sonne Fürs Gemüt

Schon seit vielen Jahren zählen Johanniskrautpräparate zu den bewährtesten Naturheilmitteln bei der Behandlung leichter depressiver Verstimmungen.

Es gehört bei uns wohl zu den am leichtesten zu findenden Heilpflanzen und wächst häufig an Wegrändern, Waldpfaden oder in unberührten Wiesen.

Johanniskraut, Hypericum perforatum, wird zwischen 20 cm und 1 m hoch, wobei die goldgelben Blüten besonders auffallend sind.

Sie blühen von Juni bis Ende August und haben kleine schwarze Punkte. Zerreibt man die frischen Blüten zwischen den Fingern, färbt sich die Haut dunkelrot, weswegen die Pflanze auch oft Blutkraut genannt wird.

In klinischen Studien mit dem Johanniskraut-Gesamtextrakt wurden bei leichten und mittelschweren Formen der Depression beeindruckende Erfolge erzielt.

Die Heilwirkung des Johanniskrauts scheint jedenfalls auf dem Zusammenspiel seiner Inhaltsstoffe zu beruhen. Die Hauptwirkstoffe sind die Hypericine, rote Pflanzenfarbstoffe.

Sie wirken auf unterschiedliche Arten, entfalten ihre volle Kraft aber erst unter Lichteinfluss. Hypericine können zum Beispiel die Wirkung des Lichts auf die Zirbeldrüse verstärken und tragen dadurch zu einer Senkung des Melatoninspiegels bei.

Weniger Melatonin bedeutet gesteigerte Aktivität und Leistungsbereitschaft. Dies erklärt die deutlich stimmungsaufhellende Wirkung der Hypericine.

Johanniskraut erhöht den Dopaminspiegel

Hypericine haben aber auch noch eine weitere Wirkung. In unserem Gehirn findet eine ständige Übertragung von Reizen von einer Gehirnzelle zur anderen statt. Für diese Reizübertragung ist unter anderem der Botenstoff Dopamin erforderlich, der eine erregungshemmende Wirkung hat.

Bei einem Mangel an Dopamin werden wir nervös, unruhig, depressiv und schlafen schlecht. Die Hypericine des Johanniskrauts erhöhen jedoch den Dopaminspiegel im Gehirn und bewahren uns damit vor den negativen Mangelfolgen.

Noch ein weiterer Stoff ist für unsere innere Unruhe mitverantwortlich: Das menschliche Gehirn wandelt ständig Dopamin in Noradrenalin um. Noradrenalin ist erregungsfördernd. Normalerweise ist dieses Gleichgewicht harmonisch und ausgeglichen.

Wird aber zu viel Dopamin in Noradrenalin umgewandelt, sind wir nervös, depressiv und leiden unter Schlafstörungen. Hypericine scheinen auch dieses Gleichgewicht günstig zu beeinflussen.

Linderung bei Angstzuständen

Ein anderer Wirkstoff von Johanniskraut ist Hyperforin. Es ist chemisch eng verwandt mit den Bitterstoffen aus dem Hopfen und wie dieser, ist auch Hyperforin angstlösend und schlaffördernd.

Zudem enthält Johanniskraut verschiedene Flavonoide, die zahlreiche Aufgaben im Körper erfüllen. Die Flavonoide Quercetin und Quercitrin können zum Beispiel bestimmte Enzyme daran hindern, Serotonin im Gehirn abzubauen.

Serotonin sorgt für gute Laune und besitzt die Fähigkeit, schmerzlindernde Stoffe freizusetzen. Wird durch die Flavonoide des Johanniskrauts weniger Serotonin im Gehirn abgebaut, fühlen wir uns wohler in unserer Haut und sind glücklicher.

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Simon Job
CEO Essenz Apotheken

Funktion: Geschäftsführer der Dr. Job Verwaltung GmbH und Konzessionär der Essenz Apotheke Mariahilf.