InsektensticheDie warme Sommerzeit ist auch die Zeit der Insekten. Die krabbelnden, stechenden Gefahren lauern während der Kleeblüte im Rasen, auf Blumenwiesen, rund um Saftgläser, Kuchen oder Obst.

Untertags sind es die Bienen und Wespen, in der Nacht kosten Mücken (Gelsen) Nerven und Schlaf. Zusätzlich zu diesem "Aufregern" können auch Bremsen und Fliegen sehr lästig sein.

In den meisten Fällen sind Insektenstiche oder -bisse harmlos. Durch den starken Juckreiz sind sie aber immer lästig.

Manchmal können Insektenstiche lebensbedrohend werden - z.B. bei einem Stich in den Mund- und Rachenraum oder, wenn der Betroffene allergisch auf das Gift der Insekten reagiert.

Insekten werden von Gerüchen wie Blut, Harn, Speichel und vor allem vom Schweiß angezogen. Deshalb ist das Ziel der meisten insektenabwehrenden Mittel den Geruchsinn der Insekten zu verwirren und zu beeinträchtigen.

Aber auch Farben locken Insekten an. Nach vielen Studien "fliegen" sie besonders auf bunte, blumige Muster und auf schwarze Kleidung.

Mückenstiche

Stechmücken, die sich vom Frühjahr bis in den Herbst vermehren, können einen lauen Sommerabend gründlich verderben.

Überall dort, wo Wasser einige Tage in Ruhe steht, legen Stechmücken ihre 50 bis 500 Eier auf die Wasseroberfläche. In ein paar Tagen schlüpfen die fertigen Insekten.

Nur die weiblichen Mücken stechen. Um die Einstichstelle juckt die Haut stark und es bildet sich eine kleine Quaddel. In einigen Tagen bildet sich die Schwellung zurück.

Wenn Sie die juckende Hautstelle stark kratzen, kann sie sich entzünden. Daher ist es sinnvoll den Juckreiz zu stillen.

Bienen- und Wespenstiche

Bienen- und WespensticheBienen- und Wespenstiche sind viel unangenehmer und auch schmerzhafter als Mückenstiche. Um die Stichstelle schwillt die Haut an, sie ist gerötet und juckt. Wenn Sie eine Biene erwischt hat, sollten sie den in der Haut steckenden Stachel sofort entfernen.

Sind Sie in einen Bienen- oder Wespenschwarm geraten, verhalten Sie sich - wenn´s geht - möglichst ruhig. Bewegen Sie sich sehr langsam und schlagen Sie nicht um sich - das macht die Insekten noch aggressiver.

Wenn Sie in der Gegend von Mund- oder Rachen von einer Biene oder Wespe gestochen werden, lutschen Sie Eiswürfel, essen Sie Eis und legen Sie kalte Umschläge um den Hals. Das lindert die Schwellung und ist als Erste Hilfe-Maßnahme sehr wichtig, da bei einer starken Anschwellung des Rachens Erstickungsgefahr besteht. Spüren Sie eine starke Schwellung im Rachen, ist eine unverzügliche ärztliche Behandlung erforderlich.

Insektengiftallergien

Ungefähr jeder zwanzigste ist allergisch auf Bienen- und Wespengift. Bald nach dem Stich schwillt die betroffene Hautstelle stark an.

Es kann zu Atemnot kommen. Brennen und jucken zusätzlich noch die Fußsohlen und Handflächen, juckt es an der Zunge und im Rachen, kann das ein Vorzeichen für einen anaphylaktischen Schock sein.

Dann rufen Sie sofort den Notarzt. Bis der Arzt eintrifft:

  • legen Sie den Betroffenen so, dass seine Beine höher als der Kopf sind
  • lockern Sie beengende Kleidung
  • geben Sie dem Patienten nichts zu essen oder zu trinken
  • kontrollieren Sie regelmäßig seinen Puls und die Atmung.

Wenn Sie wissen, dass Sie allergisch reagieren, sollten Sie immer ein Notfallset dabei haben. Dieses Set wird von Ihrem Arzt individuell zusammengestellt. Meist ist ein antiallergisches Medikament (ein sog. Antihistaminikum), ein Kortisonpräparat, und Adrenalin (als Spray oder fixfertige Injektionsspritze) enthalten.

Falls Sie, als Allergiker, von einer Biene oder Wespe gestochen wurden und ihr Notfallset nicht dabei haben, rufen Sie den Notarzt.

Hyposensibilisierung

Bei einer Allergie gegen Insektengift kann Ihnen eine Hyposensibilisierung Hilfe bringen.

Dabei wird vom Arzt in regelmäßigen Abständen das Insektengift gespritzt. Die Dosis an Gift wird von Spritze zu Spritze langsam gesteigert. Über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren wird so die gerade noch symptomlos ertragene Menge Insektengift verabreicht.

So wird das Immunsystem trainiert, auf das Allergen (Bienen- oder Wespengift) nicht mehr mit Abwehr zu reagieren. Wenn die Behandlung erfolgreich war, haben Sie Ihrem Immunsystem gelehrt, auf Insektengift normal zu reagieren.

Wann sollten Sie mit einem Insektenstich zum Arzt gehen:

  • wenn an der Stelle des Stichs Anzeichen einer Infektion, wie Röte, Dunkelfärbung, ein roter Strich entlang der Blutbahn, Wärme oder Schwellung auftreten
  • wenn Sie Fieber bekommen
  • bei allergischen Reaktionen
  • bei Stichen im Mund- oder Rachen ist es ratsam, möglichst rasch einen Arzt zu konsultieren.