Längere Reisen mit Kleinkindern müssen besonders gut geplant werden. Grundsätzlich sollten Sie Länder mit geringem hygienischen Standard und schlechter medizinischer Versorgung eher meiden.

Auf Reisen in Gebiete, in denen Malaria verbreitet ist, sollten Sie sicherheitshalber verzichten.

Auch sind manche Fernreiseimpfungen für Säuglinge doch belastend und sollten nicht oder nur, wenn´s unbedingt sein muss, durchgeführt werden – fragen Sie uns oder Ihren Kinderarzt.

Im Urlaub gilt, dass Krankheiten, mit denen wir Erwachsene leicht fertig werden, für Kleinkinder eine ernste Bedrohung darstellen können.

Hier einige gut gemeinte Ratschläge, wenn Sie mit Ihren Kindern auf große Fahrt gehen:

  • für Säuglinge, die nicht gestillt werden, sollten Sie Milchpulver oder die gewohnte Säuglingsnahrung von zu Hause mitnehmen, verwenden Sie nur abgekochtes oder in Flaschen abgefülltes Wasser für die Nahrungszubereitung, verwenden Sie dieses Wasser auch für die Gesicht- und Händchenwäsche
  • achten Sie unbedingt darauf, dass Ihre Kinder in der Hitze viel trinken, auch nachts – Achtung: wenn der Urin dunkler wird, muss mehr getrunken werden
  • Kinder immer gut mit einem geeigneten Sonnenschutzmittel eincremen, zusätzlich mit T-Shirt, Kappe oder Sonnenhut die Haut vor UV-Licht schützen
  • vergessen Sie nicht ein Insektenschutzmittel, das für Kinder geeignet ist, mitzunehmen
  • keine Eiswürfel
  • keine Milchprodukte zum Essen geben und möglichst auch kein Eis
  • schälen Sie Obst und rohes Gemüse selbst für Ihre Kinder
  • seien Sie bei Autofahrten gut für eventuelle Staus gerüstet: Getränke, Reiseproviant, Lesestoff und Spielzeug für Kinder mitnehmen
  • um bei Flugreisen den Druckausgleich zu erleichtern, hilft es, beim Start und bei der Landung Kaugummi zu kauen – geben Sie Babys ein Fläschchen oder stillen Sie Ihr Baby
  • bei Flugreisen ausreichend Spielzeug, Bilder- und Malbücher im Handgepäck mitnehmen.

Wenn Sie mit Kindern reisen, sollten Sie auch ein paar spezielle Dinge in der Reiseapotheke haben, nicht jedes Medikament ist gleich gut für Erwachsene und Kinder geeignet.

Reisekrankheit: Übelkeit in Auto, Flugzeug oder Schiff

Einige Menschen reagieren empfindlich auf den ständigen Reiz des Gleichgewichtsorgans im Innenohr.

Das dauernde Schaukeln und die Bewegung können bei Ihnen Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Kopfschmerzen und Schweißausbrüche auslösen.

Besonders häufig werden Kinder reisekrank.

Vorbeugung ist v.a. wichtig, wenn Sie bereits Probleme hatten

  • essen Sie vor Reiseantritt nur wenig und wenn, dann leichte Kost
  • für die Reise ziehen Sie sich bequem an, v.a. keine einengende Kleidung
  • wählen Sie in Auto oder Bus vordere Plätze, Mittelplätze in Flugzeug oder Schiff
  • den Blick sollten Sie nach vorne richten und möglichst nicht lesen
  • der Aufenthalt an Deck in frischer Luft kann die Seekrankheit erleichtern - wenn Sie aber lieber in Ihrer Kabine im Bett bleiben, ist die Bauchlage meist angenehmer
  • jede Art von Ablenkung, wie Bewegung, Vorträge, Filme usw. verbessert Ihre Beschwerden
  • nehmen Sie, sicherheitshalber, ein Medikament gegen Reisekrankheit mit.

Was können Sie selbst tun

  • Ingwerpräparate wirken gegen Reisebeschwerden und können auch kleineren Kindern gegeben werden (z.B. Zintona)
  • auch das Kauen der Ingwerwurzel oder von kandiertem Ingwer kann helfen
  • gut geeignete homöopathische Mittel sind Cocculus, Nux vomica oder Tabacum
  • gerade gegen Reisekrankheit haben wir mit dem homöopathischen Komplexmittel Similasan-Reisetabletten sehr gute Erfahrungen
  • Schüssler-Salze: Nr.8 Natrium chloratum und Nr.7 Magnesium phosphoricum
  • auch Antihistaminika werden gegen Reisekrankheit eingesetzt, es gibt sie auch als Kaugummi (Travel-Gum), der solange er gekaut wird, Übelkeit verhindern kann. Es gibt von diesem Kaugummi auch eine Dosierung, die für Kinder unter 12 Jahren geeignet ist. Wenn Sie aber selber fahren, sollten Sie keine Antihistaminika verwenden, weil sie müde machen.
  • nehmen Sie immer Getränke mit, um im Fall des Falles ev. Flüssigkeitsverluste durch Erbrechen ausgleichen zu können.