Augenprobleme: Trockene, müde AugenImmer mehr Menschen, in der Mehrzahl jüngere Personen, leiden unter trockenen Augen - die Begleiterscheinung im Zeitalter des Computers. Dabei ist die Menge der gebildeten Tränen zu gering und die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändert. Deshalb wird das Auge nicht mehr ideal befeuchtet.

Das Auge versucht sich dann durch vermehrten Lidschlag zu schützen. Wir müssen ständig blinzeln. Auch wenn die Augen zu tränen beginnen, ändert sich die Zusammensetzung der Tränen nicht und der Reiz bleibt bestehen. Reflexartig beginnen wir, das Auge zu reiben. Das verschlimmert jedoch die Reizung, weil der Tränenfilm jetzt auch noch mechanisch geschädigt wird.

Wenn die Zusammensetzung der Tränen nicht mehr in Ordnung ist, zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird oder schädliche Umwelteinflüsse dem Auge schaden, kann der Tränenfilm aufreißen. Als Folge spüren wir Brennen sowie sandkornartiges Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl in den Augen. Durch den fehlenden Schutz kommt es auch viel leichter zu bakteriellen oder viralen Augenentzündungen.

Tränen schützen unsere Augen

Tränen sind ein wirksamer Schutz für unsere Augenoberfläche. Mit jedem Lidschlag, etwa alle fünf bis zehn Sekunden, wird die Augenoberfläche mit einem hauchdünnen Film aus Tränenflüssigkeit überzogen. Sie besteht aus Wasser, Mineralien, Eiweiß, Enzymen, Schleimstoffen, Vitaminen und hat auch fette Anteile.

Der Tränenfilm auf dem Auge ist extrem dünn, nur ca. 10 Mikrometer, das sind 0,01 mm. Er besteht aus drei Schichten, die ihn stabilisieren. Das ist nötig, sonst würde er bei jedem Lidschlag zerreißen. Direkt auf der Hornhaut liegt eine Schleimschicht. Sie sorgt dafür, dass die wasserabstoßende Oberfläche der Hornhaut überhaupt benetzbar wird. Diese Schleimschicht kann ins Auge geratene Fremdkörper umhüllen und unschädlich machen.

Die nächste Schicht ist die mengenmäßig größte, die sog. wässrige Schicht. Sie versorgt die Hornhaut mit Nährstoffen und enthält Antikörper, die dabei helfen Bakterien oder Viren abzuwehren. Die Tränendrüsen produzieren täglich etwa 2 ml der wässrigen Schicht. Wird das Auge von einem Fremdkörper gereizt oder muss man weinen, kann die Menge rasch auf das Hundertfache ansteigen.

Die letzte Schicht zur Luft hin bildet einen dünnen Fettfilm, die Lipidschicht. Sie ist sehr wichtig, weil sie den Tränenfilm stabilisiert und verhindert, dass er aufreißt. Die Lipidschicht reduziert zudem effektiv die Verdunstung der Tränenflüssigkeit.

Viele, die unter trockenen Augen leiden, nehmen an, dass sie zu wenig Tränenflüssigkeit produzieren. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen an einigen Universitäts-Augenkliniken in Deutschland hat man jedoch festgestellt, dass bei fast 80 % der Betroffenen eine Störung der Lipidschicht der Verursacher oder zumindest ein Mitverursacher von trockenen Augen ist.

Bei diesen Patienten bildeten die Tränendrüsen genug Flüssigkeit, doch die Lipidschicht war nicht intakt und deswegen riss der vorhandene Tränenfilm zu schnell auf. So verdunstete 10 bis 20-mal mehr Tränenflüssigkeit als normal. Viele Menschen mit trockenen Augen klagen auch über tränende Augen. Auch ihre Lipidschicht ist nicht stabil, weshalb die Tränen fließen und als Folge davon die Hornhaut austrocknet.

Störungen an der Lipidschicht der Tränenflüssigkeit wurden besonders häufig bei Kontaktlinsenträgern sowie bei Personen, die bei trockener Raumluft am Bildschirm arbeiten, festgestellt. Auch hormonelle Veränderungen, vor allem bei Frauen in den Wechseljahren, können die Lipidschicht ändern.

Mit dem Alter lässt die Produktion der Tränenflüssigkeit häufig nach. Auch manche Medikamente wie z.B. die Pille, Antihistaminika und Antidepressiva können zu einer verminderten Tränenproduktion führen. Außerdem können sie die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verändern.

Welche Faktoren den Tränenfilm belasten

Ozon, die trockene Raumluft in der kalten Jahreszeit, Klimaanlagen im Sommer oder Wind (z. B. beim Ski fahren oder Rad fahren) steigern die Verdunstung des Tränenfilms.

Konzentrierte Arbeit am Bildschirm oder in zu trockenen Räumen strapaziert und ermüdet die Augen besonders stark. Außerdem ist die Luft um den Bildschirm herum geradezu erfüllt von elektrostatisch aufgeladenen Staubteilchen. Sie reizen ständig das Auge.

Bei konzentrierter Arbeit blinzelt das Augenlid außerdem viel seltener. Dadurch wird das Auge weniger benetzt. Deshalb ist es anfälliger für Keime. Bei der Arbeit am Computer muss das Auge auch das Flimmern des Bildschirms ständig ausgleichen. Eine ungünstige Bildschirmposition und störende Reflexe auf der Mattscheibe stellen zusätzliche Belastungen dar.

Kontaktlinsenträger leiden oft unter Augenreizungen, weil auch Kontaktlinsen den Tränenfilm beeinflussen. Aber auch wenn Sie unter trockenen Augen leiden, ist es prinzipiell möglich Kontaktlinsen zu tragen. Am besten fragen Sie Ihren Augenarzt, welche Kontaktlinsenart in diesem Fall für Sie geeignet ist.

Neben Umweltfaktoren und Computerarbeit gibt es eine Reihe anderer Ursachen wie z.B. Diabetes, Asthma, Rheuma, grauer/grüner Star, die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Beta-Blocker, Kortison, Diuretika, u.a.), die zu trockenen Augen führen können.

Alle diese Faktoren wirken sich mit zunehmendem Alter noch stärker aus, da die Tränenproduktion langsam nachlässt. Frauen sind auch davon stärker als Männer betroffen, weil die hormonelle Umstellung nach den Wechseljahren auch die Sekretbildung beeinflusst.

Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie dazu beitragen, dass Ihre Augen gut befeuchtet bleiben:

  • Zugluft vermeiden
  • Zigarettenrauch meiden
  • regelmäßig lüften
  • am Bildschirm öfters Pausen einlegen und die Augen entspannen
  • häufig blinzeln
  • ausreichend trinken

Wie man trockene Augen behandelt

Mit Hilfe von künstlichen Tränen kann die Benetzung der Augenoberfläche normalisiert und die Binde- und Hornhaut vor einer Schädigung geschützt werden. Je nach Art und Schweregrad des trockenen Auges gibt es eine Vielzahl von künstlichen Tränen. Ihre Konsistenz reicht von wässrigen Formen bis zu hochviskosen gelartigen Tropfen. Außerdem gibt es, für besonders schwere Fälle von Augentrockenheit, Augengele zum Einstreichen. Durch diese Vielfalt an guten Produkten kann die Therapie optimal an den jeweiligen Grad der Trockenheit angepasst werden.

Zur Selbstbehandlung bieten Apotheken Tropfen, Sprays und Gele mit Wirkstoffen an, die einen feinen Film auf der Augenoberfläche bilden und das Auge vor dem Austrocknen bewahren. Diese Medikamente werden mehrmals täglich angewendet. Wer jedoch andauernd Probleme mit den Augen hat, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen.