Aromatische PflanzenstoffeAromatische Pflanzenstoffe werden schon seit Jahrtausenden für Heilzwecke verwendet.

Räucherungen mit getrockneten Pflanzen sowie mit Harzen und Rinden wurden in vielen Kulturen des Altertums zur Reinigung oder zur Behandlung von Krankheiten oder als Opfer für die Götter durchgeführt.

Noch im Mittelalter gab es bei uns ein großes Wissen über die Herstellung und die Wirkkraft ätherischer Öle. Durch religiöse Verfolgung der Kräuterkundigen ging das Wissen später fast gänzlich verloren. In den letzten 30 Jahren jedoch hat die Erforschung und Verwendung ätherischer Öle wieder stark an Bedeutung gewonnen.

Immer wenn wir atmen, riechen wir und mit jedem Atemzug nehmen wir feinste Informationen aus unserer Umwelt auf.

All die vielen Gerüche, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, zeigen Wirkungen auf das Unterbewusstsein und beeinflussen körperliche und geistige Funktionen. Sogar wenn wir die Düfte gar nicht bewusst wahrnehmen, beeinflussen sie uns.

Die Duftwahrnehmung

Jeder Mensch hat etwa 10 Millionen Riechnervenzellen. Sie nehmen die Duftinformationen auf und leiten sie in das Limbische System im Mittelhirn weiter. Dort werden die Duftstoffe verarbeitet, gespeichert und gesteuert.

Viele Situationen im Leben verbinden wir mit einem Duft. Die Duftinformationen sind im Gehirn gespeichert. Wenn Sie dann einen vertrauten Duft wieder wahrnehmen, werden Bilder der Vergangenheit, Erinnerungen an Ereignisse, Personen, Räume und Orte ins Gedächtnis gerufen.

Bekannte Gerüche lösen in uns aber nicht nur Erinnerungen aus, sondern auch das damit gespeicherte Wohl- oder Unbehagen. Weil das Riechen so eng mit Erinnerungen und Gefühlen verbunden ist, werden Düfte ganz unterschiedlich wahrgenommen.

Schon Neugeborene nehmen Düfte wahr und können sie unterscheiden. Frauen besitzen grundsätzlich eine niedrigere Riechschwelle und eine bessere Unterscheidungsfähigkeit als Männer.

Männer brauchen „mehr“ Duft, um ihn zu erkennen. Interessanterweise sind die meisten Parfümeure jedoch Männer! Interessant ist auch, dass korpulente Personen mit einem höheren Körperfettanteil ein besseres Riechvermögen haben als Normalgewichtige. Auf ihrer Haut entwickeln manche ätherische Öle auch besonders angenehme Duftnoten.

Auch das Wetter beeinflusst die Duftwahrnehmung. Bei niedrigen Temperaturen werden Düfte weniger intensiv wahrgenommen als bei hohen Temperaturen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. vor einem Gewitter) riecht man Düfte stärker als beispielsweise bei kaltem Nebel. Auch zu verschiedenen Tageszeiten nimmt man Düfte anders wahr – vormittags riecht man weniger als nachmittags und abends.

Verschiedene Völker tendieren dazu, gewisse Düfte besonders gerne zu haben. Die in einem Land üblichen Speisen, Getränke und dort heimische Pflanzen beeinflussen die Duftneigung seines Volkes. Ebenso prägend sind die klimatischen Verhältnisse in der Heimat. Südeuropäer bevorzugen lang anhaltende süße Blütendüfte, Nordeuropäer harzig-frische Düfte.

Lagerung & Haltbarkeit ätherischer Öle

  • Bewahren Sie Ihre ätherische Öle immer kühl in dunklen, fest verschlossenen Glasfläschen - kindersicher - auf.
  • Die meisten ätherischen Öle bleiben 5 bis 10 Jahre, manche sogar bis zu 20 Jahre benutzbar. Am empfindlichsten gegenüber Licht, Luft und Hitze sind Zitrusöle. Sie bleiben nur 12 bis 18 Monate haltbar. Je mehr harzige Bestandteile ein Öl enthält, desto länger ist es haltbar. Bestimmte Öle wie Sandelholz, Weihrauch und Patschuli reifen - mit zunehmendem Alter werden sie voller und besser im Geruch.
  • Eine milchige Trübung des ätherischen Öls ist ein Zeichen der Alterung. Verwenden Sie solche Öle auf keinem Fall mehr auf der Haut.
  • Bewahren Sie ätherische Öle kindersicher auf.

Die Pflanzenessenzen sind leicht entflammbar. Achten Sie darauf, dass die Fläschen nicht in die Nähe von offenem Feuer kommen.

Basisöle

Basisöle sind in der Aromatherapie fast so wichtig wie die ätherischen Öle. Sie werden als Basis für Haut-, Haar- und Badeöle benötigt.

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Substanzen, die pur auf die Haut aufgetragen, starke Hautreizungen verursachen könnten. Deswegen werden naturreine Pflanzenöle als Trägeröl verwendet.

Diese Basisöle haben auch eigene Heileigenschaften und sie können pur oder mit ätherischen Ölen gemischt für die Hautpflege verwendet werden.

Avocadoöl

  • enthält viele essentielle Fettsäuren und Vitamine sowie Lecithin
  • wird sehr leicht von der Haut aufgenommen und dringt bis in die tiefsten Hautschichten ein
  • wegen seiner nährenden Wirkung empfiehlt es sich besonders für trockene, spröde und reife Haut

Hagebuttenkernöl / Wildrosenöl

  • enthält sehr viel ungesättigte Fettsäuren, 40-50 % Linolsäure und ca. 30 % Linolensäure
  • nährt, glättet und regt die Zellerneuerung an
  • sehr gut bei trockener, rissiger und reifer Haut
  • zur Behandlung von Narben, Schwangerschaftsstreifen und Verbrennungen hervorragend geeignet

Jojobaöl

  • flüssiges Wachs, der viele Mineralien und Vitamine enthält
  • dringt sehr gut in die Haut ein und fettet nicht
  • pflegt, schützt und reguliert den Feuchtigkeitshaushalt
  • für alle Hauttypen, auch für allergische Haut, so wie für Haarpflege gut geeignet

Macadamianußöl

Mandelöl

  • feines, leichtes und mildes Öl
  • pflegt die Haut sanft
  • für jeden Hauttyp geeignet und ideal zur Babypflege

Sesamöl

  • enthält viele essentielle Fettsäuren, bis 48 % Linolsäure
  • enthält Sesamol, der Oxidation verhindert und UV-Strahlung absorbiert
  • heilt, entgiftet und wärmt
  • Sesamöl wird besonders bei Hautproblemen, rheumatischen Beschwerden und bei Durchblutungsstörungen benutzt
  • ein sehr gutes Trägeröl für Blütendüfte
  • ein zentrales Heilmittel im Ayurveda

Weizenkeimöl

  • enthält einen hohen Gehalt an Vitaminen E und D, Provitamin A, Lecithin und Enzymen sowie bis zu 50 % Linolsäure
  • wirkt aufbauend und regenerierend auf die Haut
  • besonders geeignet für trockene und alternde Haut sowie bei Psoriasis und Ekzemen

Ätherische Öle und die 4 Elemente

Die Pflanzen, aus denen ätherische Öle gewonnen werden, können aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften den vier Elementen zugeordnet werden. Alle Öle lassen sich aber nicht eindeutig nur einem Element zuordnen, sondern sie vereinen mehrere Elemente in sich.

Feuer

Das Element Feuer steht für Vitalität, Aktivität, Lebenskraft, Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein sowie Mut.

Zu viel Feuer kann aber zu Überaktivität und Aggression führen. Diese negativen Eigenschaften können Sie ausgleichen, wenn Sie zu ätherischen Ölen greifen, die dem Element Wasser zugeordnet sind.

Die Sternzeichen Löwe, Widder und Schütze entsprechen dem Element Feuer.

Ätherische Öle, die dem Element Feuer zugeordnet sind z.B.:

  • Basilikum
  • Estragon
  • Eukalyptus
  • Kampfer
  • Kardamom
  • Koriander
  • Myrrhe
  • Nelke
  • Olibanum (Weihrauch)
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Zimt

Wasser

Das Element Wasser steht für Intuition, Hilfsbereitschaft, Liebe und Mitgefühl. Es hilft Gefühle zuzulassen und zu genießen.

Zu viel Wasser kann aber zu stark emotionalisieren. Die dem Feuer zugeordneten ätherischen Ölen können übermäßig gefühlsbetonte Stimmungen ausgleichen.

Die Sternzeichen Fische, Krebs und Skorpion werden dem Element Wasser zugeordnet.

Ätherische Öle, die dem Element Wasser zugeordnet sind z.B.:

  • Clementine
  • Douglasia
  • Fenchel
  • Geranium
  • Jasmin
  • Linaloeholz
  • Majoran
  • Orange
  • Rose
  • Sandelholz
  • Schafgarbe
  • Vanille
  • Ylang-Ylang

Erde

Das Element Erde steht für Realitätsbewusstsein, Einsatzbereitschaft, Ordnung und Verantwortung.

Zu viel Erde kann zu materialistisch machen. Mit den ätherischen Öle, die dem Element Luft zugeordnet sind, schaffen Sie einen Ausgleich.

Die Sternzeichen Jungfrau, Steinbock und Stier entsprechen dem Element Erde.

Ätherische Öle, die dem Element Erde zugeordnet sind z.B.:

  • Angelika
  • Elemi
  • Karottensamen
  • Linaloeholz
  • Myrrhe
  • Olibanum (Weihrauch)
  • Oregano
  • Patschuli
  • Sandelholz
  • Vetiver
  • Zedernholz
  • Zirbelkiefer
  • Zypresse

Luft

Das Element Luft steht für Inspiration, Kreativität, Visionen, Leichtigkeit und Spontanität.

Zu viel Luft führt zu Träumerei und Realitätsverweigerung. Einen Ausgleich kann man mit den ätherischen Ölen des Erd-Elements schaffen.

Die Sternzeichen Waage, Wassermann und Zwilling werden dem Luft-Element zugeordnet.

Ätherische Öle, die dem Element Luft zugeordnet sind z.B.:

  • Bergamotte
  • Cajeput
  • Douglasia
  • Eukalyptus
  • Fichte
  • Grapefruit
  • Latschenkiefer
  • Lemongras
  • Litsea cubeba
  • Melisse
  • Minze
  • Niaouli
  • Orange
  • Salbei
  • Tanne
  • Teebaum
  • Wacholder
  • Zitrone